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  Tourismus - Stadtgeschichte Teil 1

 Die Anfänge
 Die Stadtgründung

Die Anfänge Die etwa 12 km nordwestlich von Meißen gelegene Stadt Lommatzsch (6.300 Einwohner) entstand als Ackerbürgerstadt der Lommatzscher Pflege. Die Lommatzscher Pflege wird auch "Kornkammer Sachsens" genannt. Das fruchtbare Löß-Hügelland ist ein sehr altes Siedlungsgebiet. Schon in der Zeit vor 1000 betrieb hier das slawische Volk der Daleminzier Landwirtschaft.

Lommatzsch, Lommats, Lommatz, Lommatsch, Lommachs, Lumacz, Lomasch, Lommitzsch, Lummitzsch ­ früher auch als Glomacia und Lomatia, Lomacia und Lommacium gehießen, war unter der Bezeichnung GLOMACI schon im 9. Jahrhundert als Hauptplatz des ehemaligen großen, zwischen EIbe und Mulde gelegenen und von Meißen aus bis in die Gegend von Dahlen vorgeschobenen, slawischen Gaues DALMATIA wohlbekannt ("Zahnsche Chronik").

Dr. Hainer Plaul schreibt dazu in seinen Beiträgen in den "Lommatzscher Nachrichten" u. a.:

"Als in der Jungsteinzeit (etwa 4500-2000 v. Chr.) erstmals eine sesshafte, bäuerliche Bevölkerung in Erscheinung trat, war diese auch im Gebiet um Lommatzsch anzutreffen. Gleiches gilt für die Menschen der nachfolgenden Bronzezeit (2000-800/750 v. Chr.).
Ihnen folgten Einwanderer aus dem Norden, Angehörige des germanischen Sueben-Stammes der Hermunduren. Ein ausgezeichnetes Beispiel für eine solche Siedlungsfolge bietet das Terrain um Prositz bei Wachtnitz. Hier ist sowohl eine Siedlung der Jungsteinzeit als auch ein großes Gräberfeld der mittleren jüngeren Bronzezeit wie auch ein Urnenfriedhof der germanischen Hermunduren nachgewiesen.

Reste einer jungsteinzeitlichen Siedlungstätigkeit wurden übrigens auch bei Mettelwitz, Planitz, Jessen, Niederstößwitz, Roitzsch und Dösitz gefunden, und Zeugnisse aus der Bronzezeit ließen sich ebenfalls in der Nähe von Ickowitz, Roitzsch, Trogen, Schwochau, Staucha und Altlommatzsch feststellen. Weitere vorgeschichtliche Funde, und zwar Massenfunde, wurden etwa auch bei Birmenitz und Beicha ermittelt.

Venus von Birmenitz

In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts n. Chr. zogen die Germanen aus Gründen die bisher noch nicht sicher erkennbar sind, aus ihren Siedlungsgebieten zwischen Saale und EIbe und damit auch aus unserem Raum zum größten Teil ab. In diese sich leerenden Offenlandschaften wanderten seit dem Ende des 6. Jahrhunderts aus Böhmen westslawische Stämme ein, die das Land schließlich dauerhaft besiedelten. Ihre genaue ethnische Zugehörigkeit ist zwar nicht bekannt, doch hat sich für sie die Bezeichnung "Sorben" heute allgemein durchgesetzt.

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Heute geht man davon aus, dass auch der Name Lommatzsch mit der indogermanischen bzw. indioeuropäischen Wort-Urform "Dalamintii" im Zusammenhang steht. Nach der berühmten Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg (975-1018) haben die hiesigen Altsorben die Landschaft um Lommatzsch "Glomaci" bzw. "Glomuzi" , auch "Zlomizi" genannt. Thietmar schreibt ". . . von den Deutschen Daleminzien, von den Slawen aber Glomaci genannt." Und er fahrt fort "Glomuzi (Glomaci) ist eine Quelle", die nach seiner weiteren Beschreibung "nicht weiter als zwei Meilen von der EIbe" entfernt sei; sie speist einen See, der nach der Versicherung der Einheimischen und Bestätigung vieler Augenzeugen häufig wunderbare Erscheinungen hervorbringt. Es handelt sich dabei um den heute noch so genannten Paltzschener See, der sich zwischen der Paltzschener und Dörschnitzer Flur befand und beim Bau der Eisenbahnstrecke Riesa ­ Lommatzsch (1875/77) trocken gelegt wurde. Für die hier siedelnden Sorben stellte der See mit seinen Wundererscheinungen ein Heiligtum, den entscheidenden Mittelpunkt ihres religiösen Lebens dar. Er spielte im Dasein dieser Menschen eine so große Rolle, dass der Chronist Thietmar ihn bzw. seine Quelle, die vermutlich als Ursprung der wundersamen Erscheinungen angesehen wurde, mit dem Landstrich um ihn bzw. sie herum sprachlich gleichsetzte.

Der Name Lommatzsch geht also sehr wahrscheinlich auf ein über 2000 Jahre altes Wort aus dem Indogermanischen (Indioeuropäischen) zurück, einer großen Sprachfamilie, deren Angehörige von Europa über den Nahen Osten bis Indien verbreitet waren, und bezeichnen einen Ort, eine Gegend, wo auffäIliger als in anderen Landstrichen Schafhaltung, im weiteren Sinne Viehzucht, also eine Tätigkeit aus dem Bereich der Landwirtschaft betrieben wird, d. h. aus einem Arbeitsgebiet, das auch heute noch weitgehend den Charakter dieser Landschaft bestimmt."

Man könnte daher Lommatzsch und seine nähere Umgebung als "Wiege Sachsens" bezeichnen. Vorstehende Ausführungen und die nachfolgende Zeittafel können dies belegen.

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Sehenswertes Sehenswürdigkeiten von Lommatzsch


Stadtgründung Die Stadt wurde 1286 erstmals urkundlich erwähnt. Am 12. August 1330 verleiht Landgraf Friedrich dem Burggrafen zu Meißen den Bierzins zu Lommatzsch. Damit war in der Stadt das Braurecht vorhanden. 1386 gab es einen Bürgermeister und einen Rat, die Ratsverfassung von 1412 sah einen Bürgermeister und 9 Ratsmitglieder vor. 1504 Baubeginn der jetzt noch vorhandenen Kirche. Es wurden an den von früher stammenden Turm drei gotischen Spitzen aufgesetzt und ein Langhaus angebaut. Die Reformation wurde 1539 eingeführt und Ambrosius Naumann wird erster evangelischer Stadtpfarrer. 1550-55 erfolgte die Erbauung des Rathauses in der heutigen Größe. 1591 bekam die Wenzelskirche ihre erste Kirchturmuhr.

Lommatzscher Rathaus

Die Pest machte auch Lommatzsch zu schaffen, so kam es 1607 und 1611 zu insgesamt 1350 Pesttoten. Die folgenden Jahre waren vom Dreißigjährigen Krieg gezeichnet. So kam es 1632 durch die Ausbrennung und Einäscherung der Stadt durch kaiserliche Truppen und um 1645 zu erneuten Bränden von Häusern und Scheunen durch die Schweden. 1722 wurde auf dem Markt eine Post- und Meilensäule aufgestellt, die sich da bis 1857 befand und jetzt wieder befindet. 1814 wurde eine neue Orgel für die Kirche eingeweiht. Lommatzsch bleibt von der deutschen Revolution nicht unberührt, so kommt es 1849 zum ersten Lommatzscher Anzeiger, 1854 zur Erbauung eines Gerichtsgebäudes und 1857 zur Gründung eines Gewerbevereins. 1859 Einweihung des Hauptgebäudes der Schule und Gründung 1865 der Freiwilligen Feuerwehr. 1873 erfolgte die Trennung von Kirche und Schule, so dass fortan 2 Bürgerschulen existierten. 1878 wird an der Schule die Turnhalle errichtet. 1877 Eröffnung der Eisenbahnstrecke nach Riesa und 1880 nach Nossen. 1909 folgte eine Schmalspurbahn nach Meißen und 1911 nach Döbeln.

Stadtplan Stadtplan Lommatzsch

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